Mikrowelle
Ein Mann, eine Gitarre und ein Sonnenuntergang auf den er zureitet. Die Zügel in der Hand und die letzte Nacht im Kopf. An seinem Halfter baumelt ein silbrig glänzender Discman, der das Sonnenlicht schmerzend reflektiert. Am Horizont, einer Fata Morgana gleich, erheben sich vier Roboter in den blauen Himmel. Sie stehen vor ihren Computern und blasen reduzierte Sounds in die Landschaft. Aus den Kopfhörern, die sich seltsam vertraut unter dem Hut unseres Helden an die Ohren schmiegen klingt die vertraute Musik der Ventures, Chantays und Dick Dales, die sich harmonisch mit der Elektronik des Horizonts mischt. Der Assoziationsstrick, den uns Peter G. mit TWANG BOOM TSCHAK ... PENG um den Hals legt, könnte enger nicht sein: Ein glorreicher Halunke aus Berlin surft mit seiner Fender Mustang wie ein Online-Junkie auf seiner Standleitung. Dass die Kehle dabei nicht trocken bleiben muss, zeigt sein "Tequila"-Remake, den er Mikrowellen-gerecht aufgewärmt hat. Doch Peter G. hat noch mehr Ohrwürmer in seiner Trommel, die allesamt ihr Ziel, nämlich unsere Tanzbeine, nicht verfehlen. Dabei entwirft er ein Szenario, dass bizarrer nicht sein könnte: Geheimagenten, die sich auf einer Beat-Party mit Nachtgeistern im Säurebad tummeln, während Mexikanischer Branntwein ausgeschenkt und Popcorn A Go-Go geknuspert wird. Die Songs auf TWANG BOOM TSCHAK sind wahre Goldnuggets und versprühen eine Aufbruchsstimmung und ein wochenlanges nicht mehr zu unterdrückendes Lächeln, wie beim und nach dem ersten Sex.

Doch jungfräulich ist hier nur sein Debüt auf Kamikaze Records, ansonsten kennt man den guten Peter bereits als (Ex-)Bassisten bei Think About Mutation, der Band, die dereinst als Schubladenzerstörer den Weg für Industrial bereitete und sich später dem Dancefloor zuwandte. Die Attitüde ist die gleiche geblieben, wenn auch der Sound so gar nichts mit der Vergangenheit des Peter G. zu tun haben möchte: das Stellen in eine bestimmte Tradition, ihr Umformulieren in einen innovativen, durchaus gangbaren Weg - das sind die Grundlagen von Mikrowelle.




Veröffentlichungen auf Kamikaze Records:

Twang Boom Tschak... Peng!




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